Illertisser Zeitung, 7.April 2014

Konzert

Dirigentin begeistert mit Alphorn-Solo

Musikverein Osterberg wird am Ende von seinem Publikum gefeiert Von Armin Schmid

Großer Konzerterfolg vor vollem Haus.
Unser Bild zeigt den Musikverein Osterberg mit Dirigentin Daniela Czech als gefeierte Alphorn-Solistin.

 

Es gibt seltene Momente im Leben, da passt einfach alles – so einen Moment erlebten Publikum und Musikanten beim Frühjahrskonzert des Musikvereins Osterberg. Volles Haus, viele musikalische Höhepunkte und beste Stimmung machten den Konzertabend zu einem Erlebnis.

Bestnoten verdiente sich Dirigentin Daniela Czech für die gefühlvolle Zusammenstellung des Repertoires und ein gekonntes Alphorn-Solo. Aber die gesamte Kapelle hat – salopp ausgedrückt – richtig einen rausgehauen. Was mit „Sei uns gegrüßt“ von Richard Wagner konzertant begann, geriet schon bei „Silva Nigra“ zum emotionalen Erlebnis. Die musikalischen Bilder aus dem Schwarzwald deuteten an, dass die Mittelstufen-Kapelle ihr musikalisches Leistungsvermögen an diesem Abend voll ausschöpfen würde. Das Publikum beantwortete die musikalische Schwarzwaldreise samt effektvoller Gesangseinlage mit anhaltendem Applaus. Dass sich die intensive Probenarbeit gelohnt hat, konnten die Zuhörer auch bei der „Killkenny Rapsodie“ von Kees Vlak hören. Folkloristische und romantische Lieder, Melodien und Tänze aus Irland – mit Schwung und irischen Temperament intoniert – schufen eine ideale Überleitung zum nächsten Konzerthöhepunkt.

Das Alphorn-Solo „Alpenzauber“ von Daniela Czech, die heuer auch das Bezirksjugendorchester leitet. Ein lang anhaltender Beifallssturm folgte. Dass das Alphorn aufgrund seiner Länge nicht in den Probenraum passte und deshalb extra ein Probenwochenende in Dettingen fällig wurde, hat sich definitiv gelohnt. „A Traum – oder?“, kommentierte der Vorsitzende Rainer Diebolder. Im zweiten Konzertteil waren es zwei Filmhits, die in der Publikumsgunst ganz oben standen. Neben „Fluch der Karibik“ war es der von Phil Collins stammende und pfiffig ausgeführte Soundtrack zu „Tarzan“. Besonders Tierstimmenimitationen, die eine disneywürdige Urwald-Geräuschkulisse schufen, und der berühmte Tarzan-Schrei sorgten für heitere Stimmung.

Dass die Osterberger Musikanten mit einer Zugabe, einer von Arthur Diebolder gefühlvoll gesungenen Liebeserklärung, nicht davonkommen würden, war klar. Und dass keine zweite Zugabe einstudiert war, machte auch nichts. Das Publikum stimmte selbst ab und der Favorit war klar: Alphorn. „Ich bin jetzt fix und fertig, ich kann nichts mehr spielen“, bekannte Daniela Czech nach fast dreistündigem Konzert und der zweiten Auflage des Alphorn-Solos, doch das Publikum ließ sich auch davon nicht beirren. Mit minutenlangen stehenden Ovationen verneigte sich die Zuhörerschaft vor der musikalischen Gesamtleistung und wünschte sich nochmals „Tarzan“. Auch dieser Wunsch wurde erfüllt.