Illertisser Zeitung, 20.März 2014

Jahresbilanz

Als Dirigentin hat Czech viel vor

Starke Jugendarbeit, schwache Mitgliederzahl von Eltern Von Regina Langhans

 

Bei der Musikkapelle Osterberg liegt einiges in der Luft. Und auch wenn Dirigentin Daniela Czech inzwischen den Ton angibt, geht es nicht nur um die Musik. Sondern auch um den dringend benötigten Proberaum, dessen Realisierung seit zwei Jahren im Raum steht. Dieses Thema bestimmte die Jahresversammlung des Musikvereins Osterberg im Schützenheim St. Georg in Weiler.

Nicht mehr ganz neu, dafür aber jetzt amtlich, ist, dass die 30 -jährige Daniela Czech aus Weiler die Nachfolge des Osterberger Dirigenten Armin Käufler angetreten hat. Die Berufsmusikerin schwärmte von ihrem Kollegen: „Er ist derart in seine Trompete verliebt“, sagte sie „dass ich den Jahresvertrag unterschrieben habe.“

Nachdem Armin Käufler über zehn Jahre den Stab geführt hatte, ist er inzwischen zurückgetreten, um sich mehr um die Jugendausbildung zu kümmern. Zumal auch das Jugendorchester Okaj pausiert. So wurde die Einladung von Schulkindern zur Schnupperstunde bei der Blaskapelle mit großer Begeisterung wahrgenommen. Auf der Weihnachtsfeier bekommen zudem Jugendliche eine Chance, die bisher keinen Platz in der Kapelle bekommen haben. Für den ambitionierten Nachwuchs ist also gesorgt. Doch schon jetzt muss die Kapelle fürs Tutti-Spiel vom Probenraum in die benachbarte Turnhalle ausweichen.

Daniela Czech führt die Kapelle Osterberg.

 

„Wir wollen wachsen, können aber nicht“, beklagt die Dirigentin die dränende Raumnot. Sämtliche Lösungsversuche, nicht zuletzt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, seien im Sande verlaufen. Vorsitzender Rainer Diebolder informierte, dass der fürs neue Musikerheim genehmigte Zuschuss noch bis Ende 2015 fließen könne. „Wenn bis dahin keine Lösung gefunden ist, können wir das Projekt vergessen“, so Diebolder. Aber auch die Vereinskasse der Musiker spielt eine Rolle, denn langjährige passive Mitglieder fallen nach und nach aus und Nachfolger, wie zum Beispiel Eltern der Musiker-Azubis, rücken kaum nach. Daher stellt der Verein nun Überlegungen an, den Beitrag passiver Mitglieder von zwölf auf 15 Euro zu erhöhen, auch ein finanzieller Beitrag der aktiven Musiker ist im Gespräch.

Die Mitglieder treten zu vielen Anlässen im Ort auf, wie beim Dorffest in Weiler und spielen als Gastkappelle in der Umgebung. So etwa bei einem eindrucksvollen Konzert in Erkheim. Die Teilnahme beim Wertungsspiel in der Mittelstufe brachte ihnen „sehr guten Erfolg“ ein und zum Open-Air-Sommerfest der Musiker in Osterberg kommen Besucher aus der ganzen Region.

„Jeder Auftritt ist für uns ein Highlight“, sagt Daniela Czech und mahnt bei der Gelegenheit ihre Spieler zum fleißigen Üben: „Wir sind ein junger Haufen“, sagt sie angesichts eines Durchschnittsalters von 21,5 Jahren. „Wir wollen sehen, was in den nächsten Jahren zu erreichen ist – etwas Zeit bleibt uns noch.“ Die Dirigentin verwies jedoch auch auf die Ansprüche der Branche. „Die Ansprüche steigen, und gute Kapellen kosten Geld.“ Inzwischen gibt es kleine Ensembles aus Spitzenspielern mehrerer Kapellen, die eine echte Konkurrenz darstellten. „Das könnte der Tod der traditionellen Blasmusik werden“, fürchtet Czech.